Hausrotschwänze im Mähdrescher

Das war knapp

Wäre Landwirt Berger, einfach auf seinen Mähdrescher gestiegen und hätte den Häcksler angeschaltet, dann wären die fünf kleinen Hausrotschwänze nicht mehr am Leben. Doch zum Glück, überprüfte er seine Maschine vor dem Ernteeinsatz sehr genau und fand bei der Inspektion ihr Nest. Direkt neben dem Antriebsriemen, in einer Abdeckung, hatten die fleißigen Vogeleltern das Nest gebaut.

 

Was nun? Er rief mich an und gemeinsam suchten wir nach einer Lösung. Bis bis zur geplanten Getreideernte, blieb das Nest dort, doch kurz vorher holte ich das Nest samt Inhalt ab. Nun waren die Vögel in Sicherheit und werden nun per Hand aufgezogen.

Ein Umsetzen des Nestes war hier unmöglich. Hausrotschwänze sind bekannt für ungewöhnliche Nistplätze, weshalb sie in solchen Notlagen auf unsere Hilfe und Rücksichtnahme angewiesen sind.

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Das sieht schlimm aus

Schlecht gelaufen!

Ein junger Haussperling mit kaputtem Gefieder (Foto © Jenewein-Stille)
Ein junger Haussperling mit kaputtem Gefieder (Foto © Jenewein-Stille)

Es wurde mir ein Vogelkind angekündigt, daß keiner vorher bestimmen konnte. Weshalb ich mich mit einigen Vogelbestimmungsbüchern auf den Vogel vorbereitete. Die Bücher brauchte ich gar nicht, denn als ich das Vögelchen sah, verschlug es mir die Sprache! Ein ca. 3 Wochen alter Spatz, in einem völlig zerstörtem Federkleid. Was war hier nur passiert? Auf Nachfrage erfuhr ich, daß er 3 Wochen lang mit Banane, Ei, Hackfleisch und Mehlwürmern gefüttert wurde. Ich vermutete, daß man ihn dabei viel zu oft in der Hand gehalten hatte. Was mir sofort in die Nase stieg, war der unangenehme Geruch, der von dem Vogel ausging. Dabei riechen Spatzen eigentlich gar nicht. Es war ein Wunder, daß der Vogel noch lebte. Hier mußte schnell gehandelt werden. Zuerst stellte ich sein Futter um und drei Tage später roch er nicht mehr, sein zerstörtes Gefieder war dadurch leider kaum zu retten. Fliegen konnte er in diesem Zustand nur schlecht. Hilflos hopste er unher und ich mußte ihn in einen Käfig setzen. Das war einfach nur traurig.

Dabei ist es recht einfach Spatzen aufzuziehen. Ich setze den Nestling in eine mit Küchenpapier ausgeschlagene Plastikschale. Kotverschmutztes Papier entferne ich nach jedem Füttern, ohne den Vogel viel zu berühren, denn jede Berührung schadet dem Gefieder. Sollte er noch sehr klein sein, stelle ich eine Wärmelampe auf. Ein noch nackter Vogel kann seine Körpertemperatur nicht halten und muß gewärmt werden. In den ersten Lebenstagen füttere ich Heimchen und nach ca. einer Woche reiche ich dazu gemahlene, angefeuchtete Sämereien und stelle so allmählich die Ernährung auf pflanzliche und abwechslungsreiche Kost um. Auch Obst und Salat werden später gerne genommen. Nach ca. 10 Tage verläßt ein junger Spatz sein Nest und wird vom Nestling zum Ästling. Ein bis zwei Wochen wird er noch von den Altvögeln versorgt, dann muß er selber klar kommen. Bei einer Handaufzucht dauert alles etwas länger, weil das Vorbild der Altvögel fehlt.

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Kleiber

Ein kleiner Kleiber

Kleiner Kleiber sperrt nach Futter (Foto © Jenewein-Stille)
Kleiner Kleiber sperrt nach Futter (Foto © Jenewein-Stille)

Nicht alle Geschichten gehen gut aus und vielen kranken und verletztenVögeln kann niemand mehr helfen. Umso erfreulicher sind die Fälle in denen geholfen werden kann. Wie diesem jungen Kleiber, der aus nicht bekannten Gründen, viel zu früh sein Nest verließ. Mit reichlich Futter und etwas Geduld konnte er 10 Tage später seine ersten Loopings drehen. Hier sperrt er gerade nach einem zerteilten Zophoba (Schwarzkäferlarve). Zophobas sind ein sehr reichaltiges Futter, was von den meisten Insektenfressern gerne genommen wird und viel besser verwertet wird als Mehlwürmer.

 

Sperber

Auge in Auge

Mit jungem Sperber ( Foto © Jenewein-Stille)
Mit jungem Sperber ( Foto © Jenewein-Stille)

Dieser junge Sperber war gegen eine Glasscheibe geflogen. Benommen und unfähig sich zu bewegen, holte ich ihn in einem Gewerbegebiet ab. Nach einer Erholungsphase gegen seinen brummenden Kopf und mit reichlich Futter für seinen leeren Kropf, konnte er am nächsten Tag wieder in die Freiheit entlassen werden.

Sperber gehören mit zu unseren kleinsten Greifvögeln. Doch sollte man sie nicht unterschätzen. Ihre Krallen sind wie Dolche, die mit ihren langen Mittelzehen und ausgeprägten Haltebeeren, beim Greifen ein lückenloses Schließen um die Beute ermöglichen. Selbst einzelne Federn können so noch festhalten werden.

Sollten Sie einen verletzten Greifvogel finden, rufen Sie am Besten einen Fachmann zu Hilfe. Ist das nicht möglich, setzen Sie den Vogel in einen Karton und bringen ihn zu einer Greifvogelauffangstation. Auf keinen Fall den Vogel ohne feste Handschuhe anfassen, oder ihn versuchen zu füttern! Das ist was für Profis.

Hitzewelle

Mauersegler und Schwalben in Not

Junger Mauersegler (Foto © Jenewein-Stille)
Junger Mauersegler (Foto © Jenewein-Stille)

Die Hitze in der letzten Zeit hat nicht nur in den Tiermastbetreiben für hohe Verluste gesorgt, auch unter den Wildvögeln sieht es teilweise dramatisch aus. Besonders hart traf es die Mauersegler und Mehlschwalben, weil diese Vögel vor allem in hohen Gebäuden unter Dächern und in exponierten Nistkästen brüten, erhitzten sich ihre Nistquartiere mitunter auf über 60° C. Am Nesteingang suchten viele Jungvögel japsend nach Abkühlung und stürzten dabei in die Tiefe. Selbst wenn sie den Sturz überlebten, sind ihre Überlebenschancen gering, da die Altvögel nur am Nest füttern. So wurden in den letzen Tage überall hilflose verhungernde Jungvögel gefunden. Den ganzen Tag über klingelte bei mir das Telefon, mit der Bitte um Rat und Hilfe.

Finden Sie solch einen Vogel, dann nehmen Sie in hoch. Wenn das Nest erreichbar ist, setzen Sie ihn dahin zurück. Ist dies nicht möglich, kann dem Vogel nur mit einer Handaufzucht geholfen werden. Oftmals sind die Vögel durchgefroren, es ist auf alle Fälle wichtig, den Fundvogel mit einer Wärmflasche oder einer Heizdecke von unten warm zu halten, damit er nicht noch weiter auskühlt. Als Ersatznest dient eine Plastikschale mit einer Unterlage aus einem Handtuch und einer obersten Lage aus Küchenpapier. Mauersegler und Schwalben sind reine Insektenfresser und sollten so auch gefüttert werden. Im Zoohandel sind Heimchen, Grillen, Zophobas und Mehlwürmer erhältlich. Den Würmern ist der Kopf zu entfernen, da sich der Wurm sonst durch den Vogel fressen würde und den Heimchen und Grillen die Beine. Die Zophobas werde schnabelgerecht zerteilt. Sollten Insekten nicht gleich greifbar sein, ist für eine Erstversorgung auch ein Mix aus hartgekochtem Eigelb, Tartar und Magerquark als Futter möglich. Öffnet der Vogel nicht den Schnabel nicht von selbst zum Fressen, weil Sie nun mal nicht wie seine Eltern aussehen, muss in den ersten Tagen zwangsgefüttert werden, durch vorsichtiges seitliches öffnen des Schnabels. Regenwürmer sind keine Insekten und dürfen nicht verfüttert werden. Zum Trinken können Tropfen mit einer Pipette an den Schnabelrand gegeben werden.

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Meisen

Verwaiste Meisen

Ein Nest voller junger Kohlmeisen (Foto © Jenewein-Stille)
Ein Nest voller junger Kohlmeisen (Foto © Jenewein-Stille)

Wieder eine dieser traurigen Geschichten, wie sie sich in jedem Frühjahr ereignen. Ein Altvogel war gestorben und der Partner schaffte es nicht die Jungen alleine zu versorgen und gab das Nest auf. Ohne Hilfe wären die Meisenkinder  gestorben.

Unterkühlt und fast verhungert, mehr tot als lebendig wurden sie mir gebracht. Blaumeisen sollten es angeblich sein, doch es handelte sich um kleine Kohlmeisen, deren Leben an einem seidenem Faden hing. Trotz sofortiger Wärme und Fütterung, sollten nicht alle die Nacht überstehen. Ihr Alter schätzte ich auf ca. 5 Tage.

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Rudi hat ein neues Zuhause

Ein neues Zuhause für Rudi

Rudi und Herr Siebrecht (Foto © Jenewein-Stille)
Rudi und Herr Siebrecht (Foto © Jenewein-Stille)

Nach einigem Hin und Her, fand Rudi ein neues Zuhause hier am Ort. Herr Siebrecht, ein Taubenzüchter, holte ihn ab und sicherte Rudi nicht nur ein Bleiberecht zu, sondern er sollte auch gleich eine Frau bekommen. Na, wenn das nicht ein  Happyend für Rudi ist?!

Die Kröten kommen

Warum nicht einmal Kröte?

Erdkröte (Foto © Jenewein-Stille)
Erdkröte (Foto © Jenewein-Stille)

 

 

 

 

 

 

Der Frühling hat begegonnen. In den ersten wirklich warmen Tagen, schauen nun überall die Kröten aus der Erde. Lauter Prinzen und ...

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Noch eine Taube

Rudi auf Abwegen

Das Jahr ist noch gar nicht so alt und doch haben sich schon einige gefiederte Persönlichkeiten vorstellig gemacht.


Dieser Täuber stammt aus Viersen und wurde verletzt und entkräftet aufgegriffen. Passend bekam er den Namen Rudi und nun erholt er sich nun von seinen Abenteuern, bis er wieder auf die Reise geht.


An Brieftauben gefällt mir, dass man durch ihre Beringung sofort weiß woher sie stammen.